Trockene Augen in den Wechseljahren: Woher sie kommen und was hilft

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Trockene Augen in den Wechseljahren: Woher sie kommen und was hilft

Du machst es dir abends gemütlich, schlägst dein Buch auf, merkst jedoch schon beim ersten Abschnitt, dass die Buchstaben leicht verschwimmen. Nicht wegen der fehlenden Lesebrille, sondern weil deine Augen brennen. Sie fühlen sich an, als hätte jemand feinen Sand hinein gestreut – und vielleicht fangen sie beim vielen Blinzeln an zu tränen, obwohl sie sich doch trocken anfühlen. An entspanntes Lesen ist nicht zu denken. Kommt dir das bekannt vor? Rund um die Wechseljahre melden sich die Augen bei vielen Frauen zum ersten Mal so richtig, beim Lesen, nach einem anstrengenden Arbeitstag, am Bildschirm oder gleich morgens, wenn alles wie verklebt scheint. Woher trockene Augen auf einmal kommen und was jetzt im Alltag wirklich etwas bringt, schauen wir uns näheran.

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Warum deine Augen jetzt plötzlich trocken sind

Trockene Augen entstehen in den Wechseljahren, weil sich dein Hormongefüge verschiebt und der Tränenfilm dadurch instabiler wird.

Dein Tränenfilm ist feiner gebaut, als man denkt. Er besteht aus drei Schichten: 

  1. eine wässrige Schicht, die das Auge versorgt.
  2. eine dünne Fettschicht, die das Verdunsten bremst.
  3. eine Schleimschicht, die alles gleichmäßig verteilt. 

Damit du gut siehst und dich nichts kratzt, müssen alle drei zusammenspielen. Unregelmäßigkeiten kann es bei jeder dieser Schichten geben. Doch anders, als die meisten glauben, ist die Wasserschicht meist gar nicht das Problem. Bei rund 86 Prozent der trockenen Augen ist die Fettschicht zu dünn, sodass die Tränenflüssigkeit zwischen zwei Lidschlägen zu schnell verdunstet.

Warum Testosteron hier die entscheidende Rolle spielt 

Das Öl für diese Schutzschicht liefert winzige Talgdrüsen am Lidrand, die Meibom-Drüsen. Genau hier kommen die Hormone ins Spiel. Interessanterweise ist – ausnahmsweise – mal nicht nur der sinkende Östrogenspiegel schuld. Entscheidender und besser belegt ist das Testosteron: Ja, auch wir Frauen haben Testosteron. Wie auch die anderen Geschlechtshormone sinkt auch dieses Hormon im Laufe des Lebens: Schon bis zu den Vierzigern hat es sich etwa halbiert, in den Fünfzigern und Sechzigern geht es weiter zurück. Testosteron hält die Meibom-Drüsen in Schwung und sorgt für gutes, fließfähiges Öl. Lässt seine Unterstützung nach, wird der Film dünn und reißt schneller auf. Die Wirkung des Östrogens auf die Augen ist dagegen weniger eindeutig, als oft behauptet wird. In Studien wird die Wirkung sogar widersprüchlich diskutiert.

Im Alltag zeigen sich trockene Augen nicht immer so, wie man es erwarten würde. Manchmal tränen die Augen dabei sogar. Das ist  übrigens kein Widerspruch, sondern eine Notreaktion des Auges: Ist der Film instabil, schießt wässrige Flüssigkeit nach, die aber leider sofort wieder abläuft, statt zu befeuchten. Morgens ist es  oft am schlimmsten und das  hat einen einfachen Grund: Nachts blinzelst du nicht, der ohnehin dünne Film bricht über die nächtlichen Stunden zusammen, und beim Aufwachen fühlen sich die Augen geschwollen und wie verklebt an.

Mit all dem bist du alles andere als allein. In einer Befragung von Newson Health unter 5.744 Frauen in Peri- und Postmenopause gab rund die Hälfte an, trockene Augen zu kennen. Frauen sind generell deutlich häufiger betroffen als Männer. Trockene Augen reihen sich in die anderen Trockenheits-Themen der Perimenopause ein, die viele Frauen kennen, von der Scheidentrockenheit bis zum trockenen Mund. Der Auslöser ist dabei aber nicht überall derselbe: An Vagina und Schleimhäuten ist vor allem das sinkende Östrogen am Werk, an den Augen dagegen das nachlassende Testosteron. Genau deshalb gehören trockene Augen zu den unterschätzten Wechseljahres-Symptomen, über die kaum jemand spricht.

Verschiedene Gründe befeuern die Trockenheit

Die Hormonumstellung senkt also die Trocken-Schwelle und der Alltag gibt den Augen dann oft den Rest. Deshalb kippt die Balance des Tränenfilms bei vielen erst jetzt, obwohl sich am Verhalten gar nichts geändert hat. Diese Faktoren belasten den Tränenfilm zusätzlich:

  • Bildschirmarbeit: Beim konzentrierten Schauen blinzelst du nur noch etwa halb so oft.
  • Trockene Luft: Heizung im Winter, Klimaanlage im Sommer, dazu Zugluft vom Autogebläse oder Ventilator.
  • Wind und Kälte, die Tränen schneller verdunsten lassen.
  • Kontaktlinsen, die selbst Feuchtigkeit binden.
  • Make-up am Lidrand, das die feinen Drüsenöffnungen verstopfen kann.
  • Bestimmte Medikamente wie Blutdruckmittel, Antihistaminika, manche Antidepressiva und die Pille.
  • Rauchen und Alkohol, die den Körper zusätzlich austrocknen.

Du siehst: Es kommt einiges zusammen. Die gute Nachricht ist, dass an fast jedem dieser Punkte eine Stellschraube sitzt, an der du selbst drehen kannst.

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So bekommst du wieder Ruhe in die Augen

Bei trockenen Augen geht es selten um die eine große Lösung, sondern um mehrere kleine Hebel. Manche wirken sofort, andere brauchen ein paar Wochen, bis du ihre Wirkung merkst. Beides zusammen bringt am meisten.

Sofort: Was du direkt für deine Augen tun kannst

Blinzeln, was das Zeug hält: Klingt banal, ist aber der wirksamste Gratis-Trick, denn jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm neu. Gerade vor dem Bildschirm vergessen wir das fast völlig. Nimm dir die 20-20-20-Regel vor: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa sechs Meter Ferne schauen und dabei ein paar Mal bewusst und fest blinzeln. Schau zwischendurch aus dem Fenster oder schließe die Augen kurz ganz.

Reize sofort runterfahren: Richte die Lüftung im Auto nicht aufs Gesicht, setz dich nicht in den direkten Zug von Ventilator oder Klimagerät und meide trockene Heizungsluft, wo es geht. Ein Luftbefeuchter oder ein Schälchen mit Wasser auf der Heizung kann zusätzlich unterstützen. Bei Wind und Kälte schützt eine eng anliegende (Sonnen)brille, gerade beim Laufen oder Radeln.

Künstliche Tränen, aber die richtigen: Augentropfen sind die schnelle Hilfe von außen, aber nicht alle sind gleich. Greif zu „künstlichen Tränen" ohne Konservierungsstoffe, die vertragen sich besser, wenn du sie öfter brauchst. Weil bei dir vermutlich die Fettschicht das Thema ist, helfen Tropfen mit einem Öl- bzw. Lipidanteil oft besser als reine Wasser-Tropfen. Für die Nacht eignen sich dickere Gele oder Augensalben, die länger halten.

Langfristig: was den Tränenfilm stabilisiert

Omega-3: Sie sind der Rohstoff für die ölige Schicht, die deinem Tränenfilm gerade fehlt. Obendrein wirken Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend auf die gereizte Augenoberfläche. Die beiden wirksamen Formen heißen EPA und DHA, und gerade DHA ist zugleich ein struktureller Baustein der Netzhaut. Sie stecken vor allem in fettem Kaltwasserfisch und in Algen. Pflanzliche Quellen wie Leinöl, Walnüsse und Chia liefern dagegen nur die Vorstufe ALA, die dein Körper erst umwandeln muss.Das gelingt im Schnitt nur zu etwa 5 bis 15 Prozent. Für ein gutes Augengefühl solltest du also regelmäßig auf Omega 3 setzen. Schaffst du das nicht durch die Ernährung, kann dich ein Algenöl wie Alles Omega unterstützen.

Beta-Carotin & Vitamin A: Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute und Sehkraft bei – für trockene Augen besonders relevant. Die unterste Schicht des Tränenfilms ist nämlich eine Schleimschicht, die dafür sorgt, dass Tränenflüssigkeit gleichmäßig verteilt wird und haftet. Pflanzlich aufnehmen kannst du Vitamin A als Beta-Carotin, das reichlich in Möhren, Süßkartoffeln, Aprikosen und dunklem Blattgemüse steckt. Wichtig zu wissen: Die Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A ist nicht besonders hoch und schwankt von Mensch zu Mensch. Haut Gold bietet hier eine konzentrierte Quelle – mit 7 mg Beta-Carotin pro Kapsel und zusätzlich Astaxanthin, einem der augenfreundlichsten Carotinoide überhaupt .

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Wärme für die Lidrand-Drüsen: Dieser Tipp ist weniger bekannt und gerade in den Wechseljahren goldwert, da er die ölliefernden Meibom-Drüsen unterstützt. Leg eine warme, nicht heiße Kompresse für acht bis zehn Minuten auf die geschlossenen Lider: Bei sanfter Wärme wird das zähe Öl in den Drüsen wieder weich und kann fließen. Wichtig: Gib weder Öl noch Salz noch ätherische Öle oder Kräutertees direkt ans Auge, das reizt eher, als dass es hilft. Klares, warmes Wasser oder eine saubere Maske reichen völlig aus. Eine optimale Wärmeabgabe bekommst du bei einer wiederverwendbaren Wärme-Augenmaske, gefüllt mit Gel, Leinsamen oder kleinen Kügelchen. Danach den Lidrand sanft ausstreichen und reinigen, das hält die Drüsenöffnungen frei: zwei- bis dreimal die Woche, regelmäßig, bringt am meisten.

Genug trinken: Klingt abgedroschen, ist aber die Basis: Wer über den Tag zu wenig trinkt, trocknet auch an den Schleimhäuten schneller aus. Stell dir dein Wasser in Sichtweite und trinke regelmäßig in kleinen Schlucken, statt erst zu warten, bis der Durst kommt. Peppe dein Wasser mit Zitrone oder Minze auf, wenn es dir dann leichter fällt, ausreichend zu trinken. Viele unserer Kundinnen lieben Klare Aminos übrigens nicht nur wegen der wichtigen Aminosäuren, sondern auch, weil sie damit unkompliziert und lecker eine Extraportion Flüssigkeit zu sich nehmen.

Auslöser dauerhaft entschärfen: Trägst du Kontaktlinsen, gönn deinen Augen zwischendurch die Brille und frag deine Optikerin nach Linsen für trockene Augen. Lass beim Schminken die Wasserlinie am inneren Lidrand frei, dort sitzen die Drüsenöffnungen. Und wenn du ein Medikament aus der Liste oben nimmst, frag bei nächster Gelegenheit deine Ärztin, ob es die Augen beeinflussen kann, oft gibt es Alternativen.

Wann du damit zur Ärztin gehst

Meistens steckt hinter trockenen Augen keine Erkrankung, sondern „nur" der Hormonwandel. Trotzdem gibt es Punkte, an denen ein Termin sinnvoll ist:

  • starke oder anhaltende Schmerzen, deutliche Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen, das nach dem Blinzeln nicht weggeht
  • extrem trockene Augen zusammen mit trockenem Mund und Gelenkbeschwerden, das kann auf das Sjögren-Syndrom hindeuten
  • keine Besserung, trotz Tropfen und der anderen Tipps über mehrere Wochen hinweg

Auch die Schilddrüse, Diabetes oder andere Autoimmunerkrankungen können hineinspielen und gehören bei hartnäckigen Beschwerden auf den Zettel. Und eine Sache, die selten gesagt wird: Eine Hormontherapie ist kein verlässliches Mittel gegen trockene Augen. Bei manchen Frauen bessert es sich, bei anderen verschlechtert systemisches Östrogen die Drüsenfunktion sogar. Besprich das am besten mit deiner Ärztin.

Fazit: Kleine Veränderungen können viel bewirken

Trockene Augen sind nicht nur lästig, sondern wirklich schmerzhaft. Sie können den Tag spürbar trüben, und es ist völlig verständlich, wenn dich das belastet. Gleichzeitig sind sie kein Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt, sondern ein Symptom des hormonellen Umbaus, dem du nicht ausgeliefert bist. Du hast viele Hebel in der Hand: bewusst blinzeln, die Luft im Blick behalten, die Lidränder wärmen, von innen mit Omega’s versorgen und bei Bedarf mit Augen-Tropfen nachhelfen.

Leider bleibt das Thema gerade in der Postmenopause bei manchen Frauen lange präsent. Umso wichtiger, dass du dich gut um deine Augen kümmerst – ab den 40ern, ein Leben lang. Fang mit dem an, was sich leicht in deinem Alltag umsetzen lässt, und gib deinen Augen ein paar Wochen Zeit.

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Studien & Quellen

Newson, L. (o.D.). Dry eyes and menopause demystified.

Aggarwal, S., Peck, T. & Olsakovsky, L. (2017). Dry eye syndrome in menopause and perimenopausal age group. Journal Of Mid-life Health, 8(2), 51. doi:10.4103/jmh.jmh_41_17

Gorimanipalli, B., Khamar, P., Sethu, S. & Shetty, R. (2023). Hormones and dry eye disease. Indian Journal Of Ophthalmology, 71(4), 1276–1284. doi:10.4103/ijo.ijo_2887_22

Kaštelan, S., Hat, K., Tomić, Z., et al. (2025). Sex Differences in the Lacrimal Gland: Implications for Dry Eye DiseaseInternational Journal Of Molecular Sciences, 26(8), 3833. doi:10.3390/ijms26083833

Sullivan, D. A., Rocha, E. M., Aragona, P., et al. (2017). TFOS DEWS II Sex, Gender, and Hormones ReportThe Ocular Surface, 15(3), 284–333. doi:10.1016/j.jtos.2017.04.001

Drake, V. J. (2024, January). Vitamin A. Linus Pauling Institute, Oregon State University.